Chimärismusmonitoring

Der Begriff Chimäre leitet sich aus dem griechischen Wort Chimaira, die Ziege ab. Das feuerschnaubende Ungeheuer der griechischen Sage bestand nach Homer aus dem Kopf eines Löwen, dem Körper einer Ziege und dem Schwanz einer Schlange.

Im Bereich der allogenen Stamm-Zell-Transplantation (SZT) wird als Chimärismus eine Konstellation bezeichnet, bei der Empfänger- und Spenderzellen im Organismus gleichzeitig vorkommen.

Obwohl die STR-Analyse nicht prospektiv unterscheiden kann zwischen gesunden Leukozyten des Empfängers oder Zellen des beginnenden leukämischen Rezidivs, machen die Ergebnisse zum zellartspezifischen Chimärismus-Monitoring nach Stammzell-Transplantation (SZT) deutlich, dass persistierende oder wiedererscheinende Empfängerzellen ein nahendes Rezidiv bereits weit vor dem klinischen Befund anzeigen können. Immunmodulierende Therapien können gut dokumentiert werden.

Chimärismus-Analysen von Leukozytensubpopulationen sollten deshalb ein Bestandteil der monatlichen Verlaufskontrollen von Patienten mit Hochrisiko-Leukämien bis zu einem Jahr nach Transplantation sein. Bei Patienten mit gemischtem Chimärismus und drohendem Rezidiv, sowie bei Patienten unter Immuntherapie sollte generell ein engmaschiges, wenn notwendig sogar wöchentliches, linienspezifisches Chimärismus-Monitoring durchgeführt werden. Darüber hinaus sollten die Knochenmarkpunktate generell einem CD34-spezifischen Monitoring unterzogen werden.

 

 

Auch bei der allogener SZT im Kindesalter stellen Chimärismus-Analysen einen wichtigen Bestandteil des Posttransplantations-Monitorings dar. Für zwei wesentliche Grunderkrankungen der pädiatrischen SZT, der ALD und der Fanconi-Anämie sind die bisherigen Forschungsergebnisse zum Chimärismus-Monitoring einzigartig. Typisierungen von Subfraktionen, wie den Vorläuferzellen bei Leukämien, sind auch hier aussagekräftiger als eine Gesamtzell-Analyse aller nukleären Zellen, zumindest in der Frühphase nach Transplantation. Hinsichtlich des Abstoßungsrisikos und der Transplantatfehlfunktion ist die Analyse der T-Zell-spezifischen Population bei allen Patientengruppen aufschlussreich.

Kooperationspartner innerhalb der Charité

Die Arbeiten zur prognostischen Bedeutung der Chimärismus-Analytik nach adulter SZT sowie zur RIC-SZT von Leukämie- und Nierenzellkarzinom (NCC) -Patienten sind das Ergebnis einer langjährigen Kooperation mit der undefinedMedizinischen Klinik mit Schwerpunkt Hämatologie und Onkologie, Abteilung Knochenmarktransplantation.

Die Studien zur prognostischen Bedeutung der Chimärismus-Analytik nach pädiatrischer Knochenmarktransplantation erfolgen in enger Kooperation mit der Klinik für Allgemeine Pädiatrie, undefinedAbteilung Pädiatrische KMT des Campus Virchow-Klinikum.

Die Arbeiten zur Chimärismus-Analyse nach orthotoper Leber-Transplantation (OLT) sind das Ergebnis einer langjährigen Kooperation zwischen der undefinedKlinik für Allgemein- Visceral- und Transplantationschirurgie.

Kontakt Forschungsgruppe Chimärismusmonitoring

Sprecherin der Forschungsgruppe ist Frau Dr. rer. nat. Marion Nagy.
t: +49 30 450 525 032
f: +49 30 450 525 912